Freitag, 20. Juni 2014

Wir überqueren den Napapiiri

Die kurzen Nächte und der frühe Sonnenaufgang bringen mich ganz aus dem Konzept. So musste Papa schon um 4.40 Uhr aufstehen und mir meine Morgenmilch zubereiten. Etwas früher als gestern machen wir dann Tagwacht.  Unterdessen Mama den ersten Teil Blog online stellt, chillen Papa und ich noch ein bisschen unter der warmen Decke. So richtig nach Sommer schmecken die Temperaturen noch nicht.
Bei leichtem Regen laden wir das Auto ein, machen Häuschen rein und fahren dann bald ab. Alle sind sie wieder hier, nicht nur uns zieht es im Sommer in den Norden.
Mit der Absicht rechtzeitig auf Solberget bei den Rentieren zu sein, fahren wir zügig bis zum Storforsen.  Auf der Höhe von Pitea musste ich  noch mit Papa kontrollieren, ob das Meerwasser der Schärengebiete noch Süss- oder schon Salzwasser ist. Ich denke, es ist es bitzi salzig.


So langsam wird es richtig schwedisch, wie wir es lieben.  Grosse Seen, mächtige Flussläufe und endlose Wälder begleiten uns nun auf dem Weg zum Storforsen.


Der Storforsen ist einer der grössten Wasserfällen Schwedens.


In dieser Jahreszeit passieren bis zu 850m3 pro Sekunde Wasser des Piteälven diese Talstufe. Zuerst zeigte mir Papa einen gemütlichen Wasserlauf –


kurz später standen wir am Geländer direkt über den enormen Wassermassen.






Ich weiss zwar noch nicht, wie viel 1 m3 Wasser ist, aber das da hier ist schon sehr, sehr viel Wasser.
Mit einem Körv gestärkt reisten wir weiter. Quer durch  Lappland bis nach Vuollerim. Jetzt sind wir in dem Lappland angekommen. Mama hat bereits ein Rentier gesehen. Papa und ich kamen natürlich zu spät, egal auch wir kriegen noch unsere Chance.
In Vuollerim checkten wir nochmals unser Etappenziel. Papa hatte sich die genaue Lage nicht so genau gemerkt.  Dank einer Coopangestellten und Google maps fanden wir dann den richtigen Weg zu unserem nächsten Logis.  Jetzt wurde es das erste Mal so richtig wild. Apropos wild: Der Auerhahn macht meine beiden Vogelpaparazzi noch ganz wild – stolz sitzt er im Chrüt und wenn die Fotoartillerie ausgefahren ist, ist er weg!

60 km ausserhalb der Hauptverkehrsachsen liegt das Wildniscamp Solberget. Auf halbem Weg, genauer gesagt in Polcirkeln überquere ich zum ersten Mal den Äquator- quatsch den….richtig, den Polarkreis. Polarkreisüberquerungsdiplome sind etwas für Touristen – Mama macht mir mein eigenes, personifiziertes Polarkreisüberqerungserinnerungsfoto



In Solberget angekommen werden wir zuerst von einem grossen Hirtenhund empfange und erst dann auch von Tamara, die österreichische Ferienablösung. Sie zeigt uns den ganzen Hof und übergibt uns anschiessend den Baustellenwagen, der heute als unser Nachtlager dient.
Ohne Strom und ohne Wasser kocht unsere Rottenköchin und Mama Tamara dennoch etwas Warmes zum Znacht.


Ich hab zwar fast keine Zeit zum Essen, denn ich freue mich ganz fest auf das, was noch kommt. Wir dürfen nämlich die Rentiere füttern.




War das toll. Wir waren ganz nahe am Futtertrog und die Rentiere waren ganz toll lieb. Dem Papa haben sie aus der Hand gefressen, bei mir hat es nicht ganz geklappt. Etwas struppig sind sie schon, jetzt wenn sie gerade ihr Fell wechseln.


Zurück in unserem Wagen, war ich froh mit einer Bettflasche unter die Decke zu schlüpfen. Aktuell sind es draussen so ca. 6 ½ Grad.

Während ich nun also schon schlafe,

schreibt Papa wieder fleissig für die Daheimgebliebenen. Alle schlafen schon um die Zeit, nur 2 vierbeinige Kollegen kommen ihn besuchen…


PS. So hell ist es um 24.00 Uhr hier am Polarkreis, und angenehm warm: Jetzt sind es noch 2.5 Grad.  Zeit auch für mich für unter die warme Decke.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen