Montag, 23. Juni 2014

Midsommer - der Tag, an dem die Sonne nie untergeht

Ich schlief schon längst, als Mama und Papa unseren Norwegentraum mit den Puffins schon am beerdigen waren. Ersten waren die, wie die Nordischen Vögel im Sommer – die singen nämlich auch die ganze Nacht – und gingen erst um 2 Uhr 30 schlafen oder es war am Schneefall am frühen Morgen.  Wir sassen schon im Auto als eigentlich die Richtung nach Östersund abgemacht war. Mama liess sich nicht beirren und bog rechts nach Osten ab. Jetzt fahren wir mal ein Stück hat sie gesagt – ausgestiegen sind wir in Hilstad 100 km östlich von Mo i Rana im norwegischen Archipel. Aber nun mal alles der Reihe nach…
Kaum eine halbe Stunde unterwegs wussten wir,  dass Mama den richtigen Riecher hatte. Mit jedem Kilomter, den wir Bergwärts fuhren, wurde es zunehmend interessanter. Von einem der unzähligen Schneefelder brachte mir Papa einen kleinen Schneeball zum Auto.

Auch mehrere Gruppen von Rentieren trotzten dem Wind und Wetter.

Bald waren wir am höchsten Punkt des Silvervägen angelangt. Eine grandiose Berglandschaft, die Rentier und ein Hochplateau mit letzten Schneeresten da pflegen wir meist zu sagen: Ohne Worte…

Talwärts durchs Junkerdalen und dann links nach Lönsdalen. Alles gehört zum Gebiet Saltfjellet. Die Vegetation und die Umgebung ändern sich in wenigen Minuten Fahrtstrecke. Bei der Anfahrt zum nächsten Passübergang wagte sich Papa noch auf eine Hängebrücke über einem Wildbach.



Was der nicht alles unternimmt für ein paar spannende Fotos zu schiessen.

Beim Polarkreiscentrum machen wir einen kurzen Halt. Papa kauft mir ein cooles T-Shirt, Mama bekommt einen kleinen Elch mit 66-33 Aufschrift.


Hier durchquerten wir direkt eine Wetterscheide. Rechts schneite es zum Fenster rein, links schien die Sonne durch den Nebel.


Der höchste Punkt auf dem norwegischen Streckenabschnitt ist mit 692 M.ü.M angegeben und ist höchst Hochalpin.  Schon jetzt wussten wir es, was wir unserer Mama für eine lohnenswerte Fahrt zu verdanken haben.
Hier gibt es sogar eine Bahnlinie. Parallel zur Strasse führt die bis nach Bodö. Steil aber ohne Zahnrad schlich sich ein Güterzug gerade Nordwärts.



Nach Mo i Rana entlang den ersten Fjorden wurde es dann wirklich ungemütlich. Das Meer schäumte kräftig auf, der Regen peitschte quer von der See her. Jetzt weiss ich, warum die Norweger morgens mit Neutrogena duschen….




Die Strasse war besser als wir sie erwartet hatten. Zum Teil querten wir durch einfache Tunnels zum nächsten Fjord. Wem e inne chunnt wird’s fiischter, weme use chunnt wird’s hell!

In Stokkvagen versuchten wir noch genauere Informationen zur Fähre nach Lovund zu bekommen. Ganz im Herzen ist dieser Ausflug wahrscheinlich bei meinen Hardcoretouris noch nicht gestorben. Aber es sieht definitiv schlecht aus. Und auch das Wetter spricht sicher nicht gerade dafür.

Das Häuschen, welches Papa am Morgen per Email noch storniert hatte, war acht Stunden später unsere Unterkunft direkt über dem Hafen. Und mit dem Ausladen und einrichten klarte sich die ganze Suppe auf.

Schon nach dem Nachtessen konnte ich mit Papa noch einen Rundgang zum Hafenbecken machen und doch noch einen grossen Stein in den Sorfjorden werfen. 





Stets unter den wachsamen Augen der Norwegischen Hafenpolizei.

Ich glaube, so wie es ausschaut, können wir dank Mama tatsächlich die Mitternachtssonne live erleben. Mehr dazu aber eher morgen. Ich schau mir dann sicher eines der hundert Fotos an, die Papa von diesem Naturschauspiel gemacht haben wird…
Ja, ich habe ein paar schöne Bilder gemacht. Aber nicht 100 liebe Elena. Wir hatten wirklich Glück. Hätten wir keine Sommerzeit, wäre die herannahende Front schon vor 24.00 Uhr aufgezogen und hätte uns die  Mitternachtssonne verdeckt….








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